Zusammenleben in Wohnungseigentumsgemeinschaften

Das Zusammenleben in einer Eigentümergemeinschaft setzt eine gewisse Rücksichtnahme voraus, welche auch von gesetzeswegen vorgesehen ist. Jeder Wohnungseigentümer kann sein Wohnungseigentumsobjekt in „verkehrsüblicher“ Weise nützen und haben die Nachbarn die im Rahmen einer verkehrsüblichen Nutzung entstehenden Immissionen (va Lärm) zu dulden.

Gegen Beeinträchtigungen, die über diese verkehrsüblichen Immissionen hinausgehen (z.B. mit großer Lärmentwicklung verbundenes nächtliches Baden und Duschen; wiederholtes Musizieren zur Nachtzeit), kann sich jeder betroffene Miteigentümer mittels Unterlassungsklagen jedoch zur Wehr setzen.

Adressat dieser Unterlassungsklage ist der die unübliche Immission verursachende Störer. Sollte es sich hierbei aber nicht um einen anderen Miteigentümer handeln, sondern um einen Mieter, so kann zusätzlich neben dem Mieter auch der vermietende Wohnungseigentümer (mittels Eigentumsfreiheitsklage) belangt werden, um ihn dazu zu bewegen, auf seinen Mieter einzuwirken künftige Störungen zu unterlassen (s. ua. 5 Ob 153/00m).

Beispiel: Der Mieter gießt die Balkonblumen regelmäßig derartig ausgiebig, dass das Wasser auf den darunterliegenden Balkon tropft: der betroffene Bewohner der darunter liegenden Wohnung kann sowohl den Mieter als auch den vermietenden Wohnungseigentümer zur Verantwortung ziehen.

Da die Geltendmachung der oa. Ansprüche auf  Miteigentumsrechten des einzelnen Miteigentümers beruht (keine Verwaltungsmaßnahmen), kann als Kläger prinzipiell nur der betroffene Nachbar und  nicht die Eigentümergemeinschaft (und damit nicht die Hausverwaltung als deren Organ) auftreten.

Quelle: Immopro